Sahara

Wüstenabenteuer mit dem Fahrrad


Ägypten - die Einstiegstour

Sahara für Anfänger. So kann man Ägypten als Wüstentip für Reiseradler bezeichnen. Nachdem das Niltal von Kairo bis zu den Tempeln von Abu Simbel bereist ist geht es in die Wüste. Auf dem Weg dorthin besuchen wir die koptischen Klöster im Wadi Natrun und erholen uns noch an den Stränden des Mittelmeers.

Siwa

Die entlegendste der Oasen der Libyschen Wüste ist ein Juwel. Etwa 200 Quellen lassen uns vergessen, dass wir uns mitten in der Sahara befinden. Draussen zwischen den Dünen des Grossen Sandmeers führen uns Einheimische zu einem einsamen See. Selten haben wir einen so ausgiebigen Badeurlaub gemacht.

Die Weiterfahrt durch die Libysche Wüste

Auf der weiteren Tour durch die Oasen der Libyschen Wüste sind es die Kalksteinformationen der Weissen Wüste, die uns faszinieren.

Tunesien - das Tor zur Wüste

Auf meiner zweiten Reise habe ich die Ferieninsel Djerba als Startpunkt gewählt. Nach einer Bergetappe geht es hinein in die Wüste auf der neuen Strasse nach Douz. Ich fahre in die Nacht hinein und treffe plötzlich eine Gruppe Studenten, die hier draussen ein Fest feiern. Ich bin eingeladen, mit ihnen und ihren störrischen Eseln eine Nacht unter dem unbeschreiblichen Sternenhimmel der Sahara zu verbringen. Auf einem 50 km langen Damm geht es schliesslich über den grössten Salzsee der Sahara. Genau in der Mitte treffe ich auf ein Radfaher-Pärchen.

die grosse Weite

Die Einreise nach Algerien ist reine Formsache. Nach den Oasen des Souf geht es über hunderte von Kilometern geradeaus, dann ein Schwenk um 90° und wieder geradeaus. Ein dringend nötiges Bad in einer heissen Quelle holt die Lebensgeister zurück. Das Wetter wird immer untypischer für die Sahara. Immer wieder regnet es - und darauf bin ich vor allem Nachts nicht eingestellt.

die Berge der Wüste

Ich erreiche die Oase Illizi. Endlich trete ich nicht mehr gegen den Wind in die unendliche Weite. Hügel aus schwarzem Geröll und Kurven, nichts als Kurven stellen sich mir auf der Strecke über das Plateau Fadnoun in den Weg. Nach den starken Regenfällen der letzten Tage strömen Bäche über die Strasse. Jede Nacht verbringe ich an einem Tümpel und die Strasse ist gesäumt von Blumen. Ganz selbstverständlich bin ich Gast bei einer Gruppe LKW-Fahrer, die an einer Akazie ihr Nachtlager aufgeschlagen haben.

unsichtbare Gefahr

Das Radfahren macht mir Spass. Das Klima ist angenehm und ich werde von vorbeifahrenden Autofahrern gerne mit frischem Obst versorgt. Ich habe mich auf keiner Reise so willkommen und auch so sicher gefühlt. Am Tin-Taradjelli-Pass treffe ich auf eine Gruppe gut gelaunter Motorradfahrer. Erst nach meiner Rückkehr stellt sich heraus, dass ihre Entführung durch islamische

Fundamentalisten der Anfang einer Serie mit insgesamt 32 meist deutschen Touristen ist. Ich beleuchte die Hintergründe der Geschehnisse und stelle auch die Frage nach der Gefährlichkeit und dem Sinn des Abenteuer-tourismus, zu dem ich ja auch meinen Teil beitrage.

Djanet - Perle der Oasen im Tassili

Endlich erreiche ich Djanet mit seiner traumhaften Tallage in den Bergen des Tassili. Ein Ausflug führt mich zu steinzeitlichen Felsmalereien, bevor ich noch eine einsame Piste in Richtung libyscher Grenze fahre. Ich weiss von einer alten Strasse, die über die Berge führt. Da sie im unteren Teil fortgespült wurde, ist das gut erhaltene Asphaltband nicht mehr mit dem Auto zu erreichen. 15 km schiebe ich durch den weichen Sand und ein Stück durch die Felsen trage ich mein Rad und befinde mich vermutlich auf einer der einsamsten Strecken der Sahara. Zahlreiche Fussspuren zeigen aber den regen Menschenhandel auf dieser grenzüberschreitenden Route. Von Djanet fliege ich schliesslich nach Hause.

Marokko - Vielfalt am Rande der Wüste

Auf der letzten Reise lernen wir das abwechlungsreichste Saharaland kennen. Marokko bietet neben hohen Sanddünen auch Berge bis über 4.000 Meter und im Norden eine mediterane Landschaft. Das Land präsentiert sich modern, ist gut erreichbar und verfügt über eine gute Infrastruktur, was es dem Reiseradler leicht macht, seine Tagesetappen zu planen. Marokko zeigt sich zudem als ideales Mountainbikerevier.

Pässe und Schluchten im Anti-Atlas

Der südwestliche Höhenzug des Anti-Atlas gehört geographisch zu Afrika, während das nördliche Marokko der Europäischen Kontinentalplatte zuzuordnen ist. Daher zeigen sich die Berge aus Urgestein in einem völlig anderen Bild. Über mehrere Pässe geht es zur Bergoase Tafraoute. Abseits des Tourismus erreichen wir über einen weiteren Pass das traumhafte Mansour-Tal, welches sich als tief eingeschnittener Canyon mit dichten Palmenwäldern zwischen roten Felswänden präsentiert. Nach dem Ende der Strasse suchen wir uns den Weg über üble Pisten weiter nach Süden. Vorbei an der Akka-Goldmine finden wir eine Querverbindung zur nächsten Strasse, über die bei der Planung nur spekuliert werden konnte.

Die Oasen des Südens

Auf inzwischen hervorragend ausgebauter Strecke geht es über die Oasenstadt Tata und einen bei Tissint an die Oberfläche drückenden unterirdischen Fluß weiter bis Foum-Zguid. Unser Versuch, die südliche Piste über den ausgetrockneten Lac Iriki nach Osten zu nehmen scheitert an der schlechten Pistenqualität. Aber auch die direkte Route nach Zagora ist alles andere als eine Autobahn.

Die Nomaden der Wüste

Wir lernen die Kultur der nomadischen Berber kennen. Auch heute noch leben viele Familien in ihren Zelten und Ziegen in der Wüste. Interessant ist für uns vor allem der alltägliche Lebensrhythmus. Wir sind unterwegs, um die Ziegen zu tränken, teilen das Essen mit der Familie und fühlen uns eingebunden in das Leben im Nomadenzelt - auch ohne die Sprache der Menschen zu verstehen. Unserem Interesse am Lehmbackofen und am Webstuhl, der den zentralen Stützpfeiler des Nomadenzelts bildet steht ein ungläubiges Staunen über unsere moderne Leichtgewichtsausrüstung gegenüber. Beachtlich ist auch der Umgang der Menschen miteinander auf für unsere Verhältnisse ungemütlich engem Raum sowie die Geschicklichkeit und Selbständigkeit, mit der schon kleine Kinder ihre Rolle in der kleinen Gesellschaft einnehmen.

 

Das Draa-Tal - ein wissenschaftlicher Beitrag

Als während der letzen Eiszeit die Sahara noch eine besiedelte Steppenlandschat war, fanden sich in den unzähligen Seen und Flußläufen auch eine Menge Fische. Eine damals vorkommenden Barschpopulation hat sich mit der Austrocknung ihres Lebensraums in die letzten noch verbliebenen Wasserläufe an den Rand der Sahara zurückgezogen und in jedem dieser nun isolierten Ökosysteme eine eigene Unterart entwickelt. Man findet heute eigene Spezies von Mali über den Sudan und Syrien bis Marokko. Und dort eben auch im Draa-Tal. Für Forschungszwecke der Zoologischen Staatssammlung in München haben wir den Auftrag, genau diese Barsche zu fangen und als Probe einige Exemplare in Formalin eingelegt mit nach Hause zu nehmen, vorher aber noch jeweils eine Flosse für genetische Untersuchungen in Alkohol einzulegen und alles wissenschaftlich zu dokumentieren. Und das bei den hygienischen Bedingungen einer Radtour in der Sahara - ein Auftrag, den wir erfolgreich ausführen.

Zu den höchsten Dünen Marokkos

Der Erg Chebbi, die höchsten Dünen Marokkos sollen unser östlicher Wendepunkt werden. Sahara-Bilderbuchlandschaft finden wir bei unserer ausgedehnten Wanderung durch das Dünengebiet. Im nahegelegenenen Khamlia lauschen wir den afrikanischen Klängen der Musik der Knaur - ehemaliger Sklaven, die auch heute noch eine Randgruppe in der marokkanischen Gesellschaft darstellen.

Die Pisten und Schluchten im Hohen Atlas

Nach einer Fahrt durch die spektakuläre Todra-Schlucht erreichen wir das kleine Bergdorf Tamtatouchte. Jetzt wird es aber erst richtig interessant. Ein Traum für jeden Mountainbiker sind die Pisten, die sich über schräge Felsplatten in ungeahnter Steigung bis über 2.600 Meter hoch durch die kahlen Berge des Hohen Atlas winden. Immer wieder treffen wir auf Nomaden, die hier in dieser kargen Landschaft mit ihren Ziegen ihr Dasein fristen und uns so manchen Ratschlag geben, den wir leider nicht verstehen. Nach dem fotogenen Valle-Rose geht es über eine kleine, neu gebaute Strasse zu einem weiteren Naturphänomen. Bei Imi n´Ifri hat sich ein Fluß einige Meter unter dem Gestein hindurchgegraben und so eine Naturbrücke mit einem eigenen Biotop geschaffen, das sich durch eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie unzählige Fledermäuse und Mauersegler von der umgebenden Landschaft abhebt. Vorbei an Marrakech geht es über den berüchtigten 2.100 Meter hohen Tizi n´Test wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt Agadir.

Auf Papas Spuren - ein anderes Bild von Marokko

Inspiriert von Eindrücken dieses kinderreichen Landes habe ich zusammen mit meinem zweijährigen Sohn ohne Fahrrad Marokko einen weiteren Besuch abgestattet. Sehen sie zum Abschluss Bilder zu den Geschehnissen dieser Reise untermalt mit den mitgeschnittenen unverblümt direkten Kommentaren eines Kleinkindes, die die so manch erheiternde Stellungnahme bieten.